Kolumne "Einfach schön" / Vom Glück, das nichts kostet
Neulich hab ich es glatt geschafft, keinen Cent auszugeben. Einen ganzen Tag lang habe ich nicht einmal meinen Geldbeutel gebraucht! An einem ganz normalen Werktag.
Zugegeben, es ist mir nicht leicht gefallen. Überall lauert die Macht der Gewohnheit. Und noch schlimmer: Ohne Vorkochen des Mittagessens geht es, denk ich, nicht, es sei denn, ein Kollege feiert Geburtstag mit einem Weißwurstfrühstück für alle, dann kann man sich auch das Gekoche vor der Arbeit sparen.
Ich hatte also gekocht und mir das leckere vegetarische Reisgericht in die Lunchbox gefüllt. Klasse. Als Snack zwischendurch liegen noch Schokowaffeln auf meinem Schreibtisch, Sprudelwasser hab ich dort noch stehen und der Rest von einer Grapefruit-Himbeer-Limo versüßt mir dann schon den Tag. Verhungern muss ich also nicht.
Was zieh ich an? Da ich nicht kostenpflichtig in der Innenstadt parke, muss ich die Jacke mitnehmen. Es ist warm. Aber zu frisch ohne Jacke. Also Jacke mit. Dazu die Fototasche und einen Rucksack mit Mittagessen. Das Auto stelle ich bei der Quadfeldmühle ab. Beim Aussteigen freue ich mich: schon mindestens drei Euro gespart. Auch kein Frühstück gekauft irgendwo. Macht grob gesagt schon mindestens fünf Euro.
Sicher tut es auch der Figur gut, wenn man morgens mal ein paar Schritte zu Fuß geht. Alles wunderbar.
Doch kaum habe ich den PC eingeschaltet, die erste Falle: Blendle, ein kostenpflichtiger Internetdienst, der die besten Zeitungsartikel kurz anreißt und dafür kleine Beträge bekommt, hat eine interessante Headline. Beinahe hätte ich das angeklickt und mein Plan, gar kein Geld auszugeben, wäre gescheitert. Ich entscheide mich, den Text im Internet zu suchen und finde die Information, nur halt nicht im gewohnten Stil der Zeitung, in der ich es gern gelesen hätte. Egal. Ich fange an zu arbeiten.
Um elf Uhr stelle ich fest, dass ich völlig entspannt bin. Ich muss ja auch nicht umparken. Das ist toll. Andererseits hab ich Hunger. Und sonst fahr ich beim Umparken immer gleich bei einem Bäcker vorbei und hol mir eine kleine Zwischenmahlzeit. Zum Glück habe ich die Schokowaffeln. Etwas trocken sind sie, aber ich geb keinen Cent aus heute.
12 Uhr. Geschafft. Die Lunchbox hat durchgehalten und mein Mittagessen ist noch warm. Nicht mehr heiß, warm. Passt schon. Alles schmeckt gut und ist ratzfatz aufgegessen. Noch ein Schluck Wasser, eine Waffel als Nachspeise. Fertig. 12.15 Uhr. Ist ja irre, wie schnell Essen gehen kann. Was mach ich jetzt? Ich könnte ja bis 13 Uhr was machen. Tapetenwechsel. Ok. Eine Runde um den Block, kurz zum Regen runter und dann wieder rauf.
Wieder da. Noch eine halbe Stunde Zeit. Jetzt gehe ich noch mal runter an den Regen, setze mich auf eine sonnenbeschienene Bank und schaue dem Fluss zu. Ich atme tief ein und aus und stelle fest: Das ist Erholung pur. Einfach einmal sein und sich wärmen lassen. Es stimmt schon: Die schönsten Dinge kosten nichts. Wie schön!
Von Stephanie Paa
Zugegeben, es ist mir nicht leicht gefallen. Überall lauert die Macht der Gewohnheit. Und noch schlimmer: Ohne Vorkochen des Mittagessens geht es, denk ich, nicht, es sei denn, ein Kollege feiert Geburtstag mit einem Weißwurstfrühstück für alle, dann kann man sich auch das Gekoche vor der Arbeit sparen.
Ich hatte also gekocht und mir das leckere vegetarische Reisgericht in die Lunchbox gefüllt. Klasse. Als Snack zwischendurch liegen noch Schokowaffeln auf meinem Schreibtisch, Sprudelwasser hab ich dort noch stehen und der Rest von einer Grapefruit-Himbeer-Limo versüßt mir dann schon den Tag. Verhungern muss ich also nicht.
Was zieh ich an? Da ich nicht kostenpflichtig in der Innenstadt parke, muss ich die Jacke mitnehmen. Es ist warm. Aber zu frisch ohne Jacke. Also Jacke mit. Dazu die Fototasche und einen Rucksack mit Mittagessen. Das Auto stelle ich bei der Quadfeldmühle ab. Beim Aussteigen freue ich mich: schon mindestens drei Euro gespart. Auch kein Frühstück gekauft irgendwo. Macht grob gesagt schon mindestens fünf Euro.
Sicher tut es auch der Figur gut, wenn man morgens mal ein paar Schritte zu Fuß geht. Alles wunderbar.
Doch kaum habe ich den PC eingeschaltet, die erste Falle: Blendle, ein kostenpflichtiger Internetdienst, der die besten Zeitungsartikel kurz anreißt und dafür kleine Beträge bekommt, hat eine interessante Headline. Beinahe hätte ich das angeklickt und mein Plan, gar kein Geld auszugeben, wäre gescheitert. Ich entscheide mich, den Text im Internet zu suchen und finde die Information, nur halt nicht im gewohnten Stil der Zeitung, in der ich es gern gelesen hätte. Egal. Ich fange an zu arbeiten.
Um elf Uhr stelle ich fest, dass ich völlig entspannt bin. Ich muss ja auch nicht umparken. Das ist toll. Andererseits hab ich Hunger. Und sonst fahr ich beim Umparken immer gleich bei einem Bäcker vorbei und hol mir eine kleine Zwischenmahlzeit. Zum Glück habe ich die Schokowaffeln. Etwas trocken sind sie, aber ich geb keinen Cent aus heute.
12 Uhr. Geschafft. Die Lunchbox hat durchgehalten und mein Mittagessen ist noch warm. Nicht mehr heiß, warm. Passt schon. Alles schmeckt gut und ist ratzfatz aufgegessen. Noch ein Schluck Wasser, eine Waffel als Nachspeise. Fertig. 12.15 Uhr. Ist ja irre, wie schnell Essen gehen kann. Was mach ich jetzt? Ich könnte ja bis 13 Uhr was machen. Tapetenwechsel. Ok. Eine Runde um den Block, kurz zum Regen runter und dann wieder rauf.
Wieder da. Noch eine halbe Stunde Zeit. Jetzt gehe ich noch mal runter an den Regen, setze mich auf eine sonnenbeschienene Bank und schaue dem Fluss zu. Ich atme tief ein und aus und stelle fest: Das ist Erholung pur. Einfach einmal sein und sich wärmen lassen. Es stimmt schon: Die schönsten Dinge kosten nichts. Wie schön!
Von Stephanie Paa