Argentinien in der Quarantäne: Schluss mit den Frauenmorden!
SRF International (28 Min.). «Ni una menos – nicht eine weniger», unter diesem Motto gehen seit
ein paar Jahren die Frauen in Argentinien auf die Strasse und verlangen
ein Ende der frauenfeindlichen Gewalt. An den Grossdemonstrationen in
Buenos Aires nahmen immer wieder Hunderttausende teil.
Besonders
abscheuliche Morde haben die Öffentlichkeit wachgerüttelt – Frauen, die
von ihrem Partner mit zahllosen Messerstichen getötet oder mit Alkohol
übergossen und dann angezündet wurden. Noch immer gibt es Täter, die
straffrei ausgehen, aber die Justiz ist aktiv geworden. Inzwischen wird
der Femizid, der Frauenmord, immer öfter als verschärfender Tatbestand
gewertet. Immer mehr Frauen wagen es, gegen ihre Peiniger Klage
einzureichen.
Auch wurden Kampagnen gegen das frauenverachtende
Denken der Macho-Kultur gestartet. Frauenfeindliche Sprüche in Politik
und Sport lösen inzwischen im Internet einen Shitstorm aus.
Aber Argentinien steckt in einer Finanzkrise. Der Staat ist praktisch bankrott. Es fehlt an Geld, um genügend Plätze in Frauenhäusern zu schaffen und um die Pläne des neu gegründeten Frauenministeriums umzusetzen. Und jetzt kommt noch die Corona-Krise dazu. Frauen, die mit gefährlichen Partnern zuhause blieben müssen, sind erst recht bedroht und haben es noch schwerer, Hilfe zu finden.